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Kolorektale Tumoren
Dick- und Enddarmkrebs (Kolon- und Rektumkarzinom)
gehört zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Ca. 55000
Menschen erkranken jährlich neu an diesen Tumoren. Bei etwa einem
Drittel der operierten Tumoren kommt es zu einem Rezidiv oder
Metastasen. Seit Jahren weiß man, daß bestimmte Patientengruppen von
einer zusätzlichen Therapie nach der Operation profitieren. Diese sog.
adjuvante Behandlung besteht aus Chemotherapie und/oder
Strahlentherapie.
Ein geringes Risiko des Tumorrezidivs besteht bei
niedrigen Tumorstadien wie T1 und T2 und bei fehlendem
Lymphknotenbefall. Hier reicht die alleinige Operation aus. Wenn der
Tumor die Darmwand überschritten hat und/oder Lymphknotenmetastasen
vorliegen, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich. Aufgrund
der anatomischen Verhältnisse im kleinen Becken ist es für den
Chirurgen beim Enddarmkrebs sehr viel schwieriger als beim
Dickdarmkrebs, den Tumor mit großem Sicherheitssaum zu entfernen.
Deswegen treten bei 25-30 % Lokalrezidive beim Rektumkarzinom auf. Um
dieses zu verhindern und die Überlebenschancen zu verbessern, wird
postoperativ bei Risikopatienten eine Kombination aus Chemo- und
Strahlentherapie eingesetzt. Das strahlentherapeutische Zielvolumen
umfasst die ehemalige Tumorregion und die Lymphabflußwege im kleinen
Becken. Die Radiochemotherapie dauert ca. 6 Wochen. Typische akute
Nebenwirkungen der Bestrahlung sind Blasen- und Darmreizung, z.B.
Durchfälle. Chronische Folgen wie Darmverengung oder Fisteln sind
selten.
Bei fortgeschrittenen oder tief sitzenden
Rektumkarzinomen kann eine Chemo-/Strahlentherapie vor der Operation
sinnvoll sein. Dadurch wird der Tumor so verkleinert, daß er operativ
besser entfernt und ggf. ein künstlicher Darmausgang vermieden werden
kann. Hier muß individuell für jeden einzelnen Patienten das geeignete
Therapiekonzept mit den anderen Fachkollegen abgesprochen werden.
Die Therapie der kolorektalen Tumoren wird ständig
weiterentwickelt. Gerne beantworten wir Ihre Fragen zu neuen
erfolgversprechenden Therapiemethoden und diskutieren mit Ihnen und
Ihrer Familie die für Sie optimale Behandlung.
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