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HNO-Tumoren
Die Behandlung von Tumoren im Kopf-/Halsbereich
ist eine besondere Herausforderung für den Arzt und den Patienten. Die
Therapie kann zu sichtbaren Veränderungen des Erscheinungsbildes eines
Menschen führen. Wichtige Funktionen wie Schlucken und Sprechen können
massiv beeinträchtigt sein.
Zu den häufigsten und im übrigen vermeidbaren
Ursachen dieser Tumoren gehören Tabak- und übermäßiger Alkoholgenuß.
Neben der Behandlung des Tumors ist die Abkehr vom Tabak- und
Alkoholkonsum eine wichtige gemeinsame Aufgabe von Arzt und Patient.
Wenn HNO-Tumoren im frühen Stadium diagnostiziert
werden, kann eine einzelne Therapieform wie Operation oder
Strahlentherapie ausreichen, um eine Heilung zu erzielen. Bei
fortgeschrittenen Tumoren muß i.d.R. eine Kombinationstherapie
erfolgen. Dazu gehören Operation, Strahlen- und ggf. Chemotherapie. Die
Bestrahlung wird vor oder nach der Operation eingesetzt. Wenn eine
Operation nicht möglich ist oder diese zu einem gravierenden Organ- und
Funktionsverlust führen würde (z.B. Entfernung des Kehlkopfs), ist eine
Strahlentherapie mit oder ohne Chemotherapie sinnvoll.
Lebensqualität bedeutet für den Patienten, sich
subjektiv wohl zu fühlen. Das primäre Ziel der Tumortherapie ist die
komplette und dauerhafte Beseitigung des Tumors. Der „Preis“ für die
Behandlung wird häufig in der evtl. veränderten Lebensqualität
gemessen. So können neben einer äußerlich sichtbaren Entstellung die
wichtigen Funktionen Sprechen, Essen und Schlucken betroffen sein. Das
Ausmaß der Operation bei Kehlkopfkrebs hängt z.B. unmittelbar mit der
verbleibenden Sprachqualität zusammen. Radikale Operationen mit
entsprechendem Organ- und Funktionsverlust sind für viele Patienten
nicht mehr akzeptabel. Daher wurden in den letzten Jahren alternative,
sog. konservative Behandlungskonzepte entwickelt.
Unsere Strahlentherapeuten kooperieren mit
zahlreichen, an der Behandlung dieser Tumoren beteiligten Fachkollegen.
Sie prüfen bei jedem Patienten individuell, welches Therapiekonzept für
den jeweiligen Patienten optimal ist. Sie können sicher sein, daß Ihr
Strahlentherapeut die Komplexität der Fragen von Tumorkontrolle,
Heilungschancen und Lebensqualität versteht und daß er Ihnen beim
Entscheidungsprozeß für die verschiedenen möglichen Behandlungswege
hilfreich zur Seite steht.
Die alleinige Strahlentherapie bietet in
bestimmten Situationen Vorteile gegenüber einer radikalen Operation.
Dabei werden Tumoren durch eine tägliche Strahlendosis abgetötet und
das gesunde Gewebe wie beispielsweise Haut und Kehlkopf intakt
gelassen. Deswegen entscheiden sich eine Reihe von Patienten mit
Karzinomen z.B. am Kehlkopf für die Bestrahlung.
Das organerhaltende Behandlungskonzept kann auf
fortgeschrittene Tumoren ausgedehnt werden. Die Strahlentherapie,
kombiniert mit einer Chemotherapie, nennt man Radiochemotherapie, sie
wurde z.B. bei ausgedehnten Kehlkopfkarzinomen eingesetzt. In
(randomisierten) Studien konnte nachgewiesen werden, daß durch eine
Radiochemotherapie bei 2/3 dieser Patienten der Kehlkopf erhalten
werden konnte. Ähnlich gute Ergebnisse bzgl. des Kehlkopferhalts
konnten bei Hypopharynxkarzinomen erzielt werden.
Bei fortgeschrittenen Nasopharynxkarzinomen ist
die Operation inzwischen durch die Radiochemotherapie ersetzt worden.
Bei frühen Nasopharynxkarzinomen reicht die alleinige Bestrahlung aus.
Die Bestrahlung von Kopf-/Halstumoren ist eine
eingreifende Tumortherapie und kann mit akuten und chronischen
Nebenwirkungen einhergehen. Die Bestrahlungstechnik und andere Faktoren
sind von größter Bedeutung, wenn es darum geht, das Risiko von
Nebenwirkungen zu vermindern, die auftretenden Nebenwirkungen
abzumildern und die Heilungschancen zu verbessern.
Unsere Strahlentherapeuten verwenden nur die neueste Technologie und die derzeit besten Behandlungsstrategien:
- Unter dem Motto „Prävention ist besser als Therapie“ sollten
Kopf-/Halstumor-Patienten einem erfahrenen Zahnarzt vor und nach der
Strahlentherapie vorgestellt werden. Auf diese Weise wird das Risiko
von strahlenbedingter Karies und Parodontose vermindert.
- Die Bestrahlungsplanung ist von eminenter Bedeutung. Zur besseren
Reproduzierbarkeit der täglichen Bestrahlung wird eine Kunststoffmaske
für jeden Patienten individuell angepasst. Sie dient der Stabilisierung
und Fixierung des Kopfes. Die Planung erfolgt unter Verwendung von
Computertomographie-Bildern, die vom Patienten mit Kunststoffmaske
angefertigt werden. In den einzelnen CT-Schichten werden das zu
bestrahlende Gebiet und die zu schonenden Organe und Gewebe, z.B.
Linsen und Speicheldrüsen, markiert. Unsere erfahrenen Medizinphysiker
berechnen dann die für Sie optimale Bestrahlungstechnik, d.h.
Konzentration der Strahlendosis im Tumor und bestmögliche Schonung des
gesunden Gewebes.
- Die Behandlungsergebnisse können bei Kopf-/Halstumoren verbessert
werden, wenn eine andere zeitliche Dosisverteilung erfolgt. Bei der
Hyperfraktionierung wird z.B. täglich zweimal im Abstand von ca. 6
Stunden bestrahlt. Bei der akzelerierten Bestrahlung wird die
Strahlendosis pro Tag erhöht, dadurch verkürzt sich die
Behandlungszeit. Ihr Strahlentherapeut wird mit Ihnen die Vor- und
Nachteile dieser Fraktionierungen der Strahlendosis besprechen, falls
diese für Sie infrage kommen.
- Eine weitere Möglichkeit, die Behandlungsergebnisse bei
Kopf-/Halstumoren zu verbessern, ist die simultane Chemotherapie. Diese
kann bei dem Sie mitbehandelnden internistischen Onkologen oder in
unserer Praxis durchgeführt werden.
- Die begleitende Behandlung (Supportivtherapie) ist bei der
Strahlen-/Chemotherapie von Kopf-/Halstumoren ganz wichtig. Wir beraten
Sie über die geeignete Ernährung und besondere Pflegemaßnahmen. Bei
starken Nebenwirkungen ist ggf. eine Magensonde erforderlich, diese
überbrückt die Zeit, bis die Patienten wieder normal essen und trinken
können.
Die Therapie von Kopf-/Halstumoren wird ständig
weiterentwickelt. Gerne beantworten wir Ihre Fragen zu neuen
erfolgversprechenden Therapiemethoden und diskutieren mit Ihnen und
Ihrer Familie die für Sie optimale Behandlung.
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